Das Klimapaket 2030 – Das kommt auf Sie zu

Dass der Klimawandel auch in der Politik angekommen ist, sollte spätestens seit den „Fridays for Future“- Bewegungen jedem klar geworden sein. Doch was genau in den Reihen der Parlamente besprochen wird, weiß die breite Masse meist nicht. Da fliegen Wörter wie „Klimapaket“ und „Wärmewende“ durch die Luft, doch welche Maßnahmen verbergen sich wirklich dahinter?

Im Rahmen der Weltklimakonferenz 2015 verpflichteten sich 197 Staaten die Erderwärmung auf unter 2°C zu senken. Um diesem Ziel gerecht zu werden, verabschiedete der Bundestag im September ein umfangreiches Klimaschutzprogramm. Das zentrale Ziel bis 2030: 55 Prozent weniger Treibhausgase im Vergleich zu 1990. Die beschlossenen Maßnahmen werden dabei nicht nur auf die Wirtschaft und Politik starken Einfluss nehmen, sondern auch zu Veränderungen in privaten Bereichen führen. 

Damit es Sie nicht aus heiterem Himmel trifft, haben wir hier die wichtigsten Eckpunkte des Klimapaketes zusammengetragen.

CO2 Bepreisung

Der Emissionsausstoß von Verkehr und Wärme bekommt ab 2021 einen Festpreis. Händler von Heizöl, Erdgas, Kohle, Benzin oder Diesel müssen dann pro entstandener Tonne CO2 Verschmutzungsrechte vorweisen. Der Preis dieser Rechte soll bereits 2025 bei 35€/ Tonne CO2 liegen. Folglich sorgt dies für einen Preisanstieg von bspw. Diesel und Heizöl um 11 Cent pro Liter. Somit wird Alltägliches wie etwa Heizen, Autofahren und Fliegen bald ein neues Preisschild bekommen.

Die Einnahmen werden in weitere Klimamaßnahmen reinvestiert und zur Entlastung der Bürger eingesetzt, wofür umfangreiche Förderprogramme geschaffen wurden.

Fördergprogramme

Gebäudesanierung

Der Emissionsbeitrag von Gebäuden soll bis 2030 um 40 Prozent verringert werden. Deshalb werden ab 2020 unter anderem neue Fenster und Dämmungen sowie ausgetauschte Heizungen steuerlich (über eine 3-jährige Periode) gefördert.

  • Die Fördersätze von KfW unterstützten Förderprogrammen erhöhen sich um 10 Prozent.
  • Der Einbau neuer Fenster oder eine erneuerte Dämmung sind in Höhe von 20 Prozent der Kosten steuerlich absetzbar.
  • Wer von Öl- und Gasheizung auf klimafreundlichere Varianten umsteigt, kann sich sogar über eine „Austauschprämie“ von 40 Prozent freuen.
  • Der Einbau von Ölheizungen in Gebäuden, welche keine klimafreundliche Wärmeerzeugung unterstützen, soll ab 2026 verboten werden.

Verkehr

Um auch im Verkehrswesen den CO2-Ausstoß zu mindern, soll künftig der Umstieg zur E-Mobilität gefördert werden. Weiterhin soll die Attraktivität von Nah- und Fernverkehr gesteigert werden, indem etwa in den Ausbau des ÖPNV und die Modernisierung der Bahn investiert wird. Pendler können sich zukünftig auf eine erhöhte Pauschale freuen und Zugreisende auf günstigere Preise. Wer hingegen nach wie vor Kurzstrecken mit dem Flugzeug zurücklegen möchte, wird in Zukunft tiefer in die Tasche greifen müssen.

Energiewirtschaft

Bis 2030 sollen 65 Prozent des erzeugten Stroms aus erneuerbaren Energiequellen stammen. Gleichzeitig soll der Ausstieg aus der Energiegewinnung durch Kohle schrittweise vorangebracht werden mit dem großen Ziel bis 2038 keine Kohle für die Energieerzeugung mehr zu benötigen. Um diesen ambitionierten Plan in die Tat umzusetzen, bedarf es alternativen Technologien und Innovationen, welche durch Forschungsgelder vom Bund unterstützt werden.

Der Umstieg auf einen klimafreundlicheren Alltag lohnt sich also nicht nur der Umwelt zuliebe, sondern liefert zukünftig auch finanzielle Anreize.

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2020-01-15T14:46:12+00:00